Funktionelle Darmerkrankungen: Funktionelle Dyspepsie/ Reizdarmsyndrom / Funktionelle Blähungen

Funktionelle Syndrome
Funktionelle Darmerkrankungen: Funktionelle Dyspepsie/ Reizdarmsyndrom / Funktionelle Blähungen

Funktionelle Darmerkrankungen sind Beschwerden im Ober- und Unterbauch, deren Ursachen trotz üblicher medizinischer Untersuchungen nicht geklärt werden können. Die häufigsten Formen sind die funktionelle Dyspepsie (FD), das Reizdarmsyndrom (RDS oder IBS), funktionelle Blähungen, funktioneller Durchfall und funktionelle Verstopfung. Diese Symptome sind häufiger Gegenstand der neuesten und spannenden Forschung und es existieren diverse ätiologische Hypothesen. Die häufigsten Theorien basieren auf der Veränderung des Empfindens und der Verarbeitung des Schmerzes durch das Gehirn (Hypersensibilität), der intestinalen Motilität (Muskelbewegung), der intestinalen Permeabilität, der Funktion von Enzymen oder Neurotransmittern, sowie chronische Entzündungen. Einige dieser Veränderungen können nach einer Infektionserkrankung oder lang andauerndem und heftigem Stress auftauchen.

Nahrungsmittelintoleranzen und –allergien werden bei Patienten mit einer funktionellen Darmerkrankung deutlich häufiger beobachtet. Laktose- und Fruktoseintoleranz, zum Beispiel, treten bei zwischen 50% und 70% der RDS-Patienten auf. Häufig wird von Patienten mit einer funktionellen Darmerkrankung auch von vermehrten Symptomen nach dem Essen fett-, gluten- oder histaminhaltiger Lebensmittel berichtet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es noch nicht klar, ob die Reaktion auf Lebensmittel und die funktionelle Darmerkrankung verschiedene Ursachen der Symptome sind, oder ob sich die Diagnosen überlappen oder einfach nur eine von beiden übersehen wurde. Zucker-Resorptionsstörungen kommen bei gesunden Personen ebenso häufig vor wie bei Patienten mit einer funktionellen Darmerkrankung. Sie führen jedoch bei Patienten mit einer funktionellen Darmerkrankung deutlich häufiger zu intensiveren Symptomen. Darüber hinaus hat sich wiederholt gezeigt, dass die aufgrund der Zuckerintoleranz Diagnostik eingeführte Ernährungsumstellung die Symptome von RDS-Patienten erheblich verbessern kann. Das Testen auf Nahrungsmittelintoleranzen und gegebenenfalls auf Nahrungsmittelallergien mit Hilfe erprobter Methoden ist deshalb unbedingt zu empfehlen und gerade bei Patienten mit einer funktionellen Darmerkrankung häufig förderlich. Weitere Literatur:

 
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