Ursachen
Sorbitol ist ein Zuckeralkohol (Polyol) und wird häufig als Süßstoff u. a. für zuckerfreie Süßigkeiten und Kaugummi sowie in Diabetikerprodukten verwendet. Sorbitol wird vom menschlichen Körper selbst hergestellt und ist in Obst, Bier und Beeren enthalten, aber auch in manchen Medikamenten (z. B. Mundspülungen, Hustensirup und Abführmittel), sowie Kosmetika. Sorbitol hat weniger Kalorien und verusacht weniger Karies als üblicher Haushaltszucker (Saccharose). Er wird passiv im Dünndarm absorbiert, viel langsamer als andere Zuckerarten. Dadurch kann es selbst bei kleineren Mengen zu einer Resorptionsstörung im Dünndarm kommen, so dass das Sorbitol im Dickdarm gärt, insbesondere bei Patienten mit einem schnellen Darmtransit. Viele gesunde Personen berichten nach der Einnahme von 5g oder mehr Sorbitol über Blähungen, vermehrtem Darmgas, Bauchkrämpfe und Durchfall.
Fruktose- und Sorbitolintoleranz kommen häufig gemeinsam vor und verstärken gegenseitig die Symptome (siehe Fruktoseintoleranz). Ein Zusammenwirken von Laktose und Sorbitol ist nicht erwiesen, es sprechen jedoch einige Hinweise dafür (siehe Laktoseintoleranz).
Vorkommen
- Mehr als 50% der Erwachsenen berichten nach der Einnahme von über 10g Sorbitol über erhebliche Beschwerden des Magen-Darm-Trakts.
- Sorbitolintoleranz kommt wahrscheinlich bei Asiaten und Afroamerikanern häufiger vor als bei Weißen. Insgesamt zeigen 30 bis 75% der Erwachsenen bei der Einnahme von 10g Sorbitol Resorptionsstörungen.
- Bis zu 70% der Patienten mit Reizdarmsyndrom leiden auch an einer Sorbitolintoleranz.
Symptome
Zu den üblichen Symptomen zählen Blähungen, Bauchkrämpfe und -schmerzen, Durchfall, vermehrte Darmgeräusche und -gas, sowie Übelkeit. Diese Symptome ähneln denen einer funktionellen Darmerkrankung. Bis zu 70% der Patienten mit Reizdarmsyndrom leiden auch an einer Sorbitolintoleranz.
Über die Langzeitfolgen einer Sorbitolintoleranz ist wenig bekannt, es wird jedoch von erheblichen Gewichtsverlusten berichtet. Bei Diabetikern werden neben einem hohen Blutzuckerspiegel auch hohe Konzentrationen von Sorbitol mit Schädigungen der Nerven (Neuropathie der kleinen Nervenfasern) sowie der Augen in Verbindung gebracht.
Tests und Diagnose
Siehe Tests
Behandlung
Die Reduzierung der Sorbitolaufnahme auf ein individuell verträgliches Maß führt bei den meisten Personen schnell zu einer Verbesserung der Symptome. Sorbitol wird häufig in Diätprodukten eingesetzt, sowie in hohen Konzentrationen in zuckerfreien Kaugummis und Süßigkeiten, kommt aber auch in Steinobst (e. B. Süßkirschen, Pflaumen) und Trockenfrüchten vor. Flüssige Medikamente können ebenfalls Sorbitol enthalten.
Eine Fruktoseintoleranz sollte durch die entsprechenden Tests ausgeschlossen werden, da diese bei einer diagnostizierten Sorbitolintoleranz relativ wahrscheinlich ist und die Symptome verstärken kann (siehe Fruktoseintoleranz).
Eine Auflistung von Sorbitol und Fruktose enthaltenden Lebensmitteln finden Sie unter Nahrungsmittel Tabellen.
Wissenswertes
- Xylitol, ebenfalls ein Zuckeralkohol, kann ähnliche Intoleranzsymptome hervorrufen wie Sorbitol. Xylitol ist so süß wie Saccharose, hat jedoch weniger Kalorien und eine einzigartige antibakterielle Wirkung, schützt vor Zahnbelag und Karies, Entzündungen der Ohren und der oberen Atemwege, sowie möglicherweise vor Hefepilzinfektionen (Candida) im Mund. Xylitol kommt in vielen Obstarten, Pilzen, Gemüsesorten, Haferflocken, Mais und Birke natürlich vor. Es wird überwiegend in zuckerfreien Süßigkeiten und Kaugummis verwendet.
- Sorbitol- und Fruktoseintoleranz kommen sehr häufig gemeinsam vor und können sich gegenseitig verschlimmern (siehe Fruktoseintoleranz).
- Polyolprodukte haben auf der Zunge einen kühlenden Effekt.